Rückstände von Arzneimitteln belasten unsere Gewässer

Für den Menschen sind Medikamente oft lebensrettend - für die Ökologie unserer Gewässer sind sie leider eine Katastrophe. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Arzneimitteln ist daher wichtig - auch für die Umwelt!

Arzneimittel sind wichtig für die medizinische Versorgung. Dennoch sind sie biologisch hochaktive Stoffe, die schlecht abgebaut werden können und die Gewässer erheblich belasten! Viele Stoffe werden vom menschlichen Körper unverändert wieder ausgeschieden und gelangen so mit dem Abwasser in die Umwelt. Arzneimittel können von den Kläranlagen kaum zurückgehalten werden.

Die Rückstände von Arzneimitteln werden mittlerweile flächendeckend in Fließgewässern sowie in Boden- und Grundwasserproben gefunden. Laut Umweltbundesamt wurden bereits 269 verschiedene Arzneimittelwirkstoffe in der Umwelt nachgewiesen. Die meisten davon waren in Gewässern zu finden.

Ein wichtiger Beitrag zum Schutz unserer Gewässer kann jeder Einzelne leisten, indem er verantwortungsbewusst mit Arzneimitteln umgeht. Eine gesunde Lebensweise hilft auf  Medikamente zu verzichten. Und wenn wir es nicht verhindern können sollten die Medikamente, auf die wir angewiesen sind, sachgerecht entsorgt werden!

Zu viele Medikamente in Gewässern

Es ist erschreckend, was alles in Gewässern zu finden ist: Antiepileptika, Blutdrucksenker, Schmerzmittel, Antibiotika und Betablocker sind nur ein paar von den Stoffen, die in Flüssen und Seen vorhanden sind – dort aber nichts zu suchen haben!

Der Bundesverband der Arzneimittelhersteller weist die Verantwortung von sich. Nach bisherigen Wissensstand gäbe es kein Gesundheitsrisiko für Menschen und nur 2 % der chemischen Substanzen im Abwasser seien auf Arzneimittel zurückzuführen. Das mag stimmen, aber nichtsdestotrotz bedeuten Medikamente in Gewässern ein besonderes Problem. Laut BUND sind 33 % unserer Medikamente für die Umwelt giftig. Arzneimittel sollen im Körper eine Wirkung haben: Also müssen sie in die Arbeit eines Organismus eingreifen können. Genau das macht sie aber in Gewässern problematisch, da sie sich auf den Stoffwechsel der Tiere auswirken. Das passiert auf ganz unterschiedliche Weise:

Stoffe der Antibabypille und Diabetesmedikamente sorgen für eine Verweiblichung bei Fröschen und Fischen. Schmerzmittel lösen Organschäden bei Fischen aus. Die Fortpflanzung von Wasserinsekten wird durch Blutdrucksenker gestört. Oseltamivir und Epilepsiemedikamente beeinträchtigen die Fortpflanzung von wirbellosen Tieren. Außerdem sorgen Antiepileptika für Entwicklungsverzögerungen bei Fischen.

Antibiotika sind besonders kritisch. Sie beeinträchtigen Umweltbakterien und Algenwachstum. Zudem bringen sie multiresistente Keime hervor, die eine echte Gefahr darstellen.

Häufig ist die Wirkung von Arzneimitteln komplex und es ist schwierig, genaue Auswirkungen von Rückständen festzustellen. Es ist jedoch sicher, dass Medikamente das Leben in unseren Gewässern beeinflussen.

Ursachen der Belastung

In Deutschland wächst die Nachfrage nach Medikamenten stetig. 2012 wurden 30 % mehr Arzneimittel für den Menschen verkauft als noch 2002. Vielen Leuten ist aber nicht bewusst, dass ihre Medikamente ein Problem für die Umwelt bedeuten.

Bei der Entsorgung der Arzneimittel wissen viele Menschen nicht weiter. Flüssige abgelaufene Medikamente werden oft in der Spüle oder Toilette ausgeschüttet. Das Problem dabei: Kläranlagen sind oft nicht in der Lage, die Arzneimittel aus dem Wasser zu filtern. Da Kläranlagen ihr Wasser in die Flüsse und Bäche leiten, gelangen die Medikamente somit ungehindert in unsere Gewässer.

Doch selbst wenn alles richtig gemacht wird, gelangen Medikamente über Kläranlagen in die Flüsse. Spuren von Arzneimitteln werden nach der Einnahme über den Urin wieder ausgeschieden. Und auch äußerlich angewendete Cremes gelangen über die Dusche in das Abwasser. Hier ist besonders das Schmerzmittel Diclofenac problematisch, das beispielsweise als „Voltaren“ verkauft wird. 

Lösungen

Das Problem von Arzneimitteln in Gewässern wird auch im Bundestag diskutiert. Ein Bericht von Anfang 2020 schlägt verschiedene Lösungen vor. Zum einen das Nachrüsten von Kläranlagen: Durch die Filterung mit Aktivkohle und eine Behandlung mit Ozon können Medikamente besser aus dem Wasser entfernt werden. Außerdem sollen Patienten von Ärzten und Apothekern besser beraten werden, damit abgelaufene Arzneien nicht im Abwasser landen.

Zusätzlich fordert der BUND, dass geprüft werden soll, ob gewässerschädliche Wirkstoffe in Medikamenten ersetzt werden können. Außerdem sollen gewässerschädliche Arzneien entsprechend gekennzeichnet werden.

Doch wie entsorgt man alles richtig? 

 

Schauen Sie nach, ob die Stadt Schadstoffsammelstellen oder Schadstoffmobile anbietet, in der die Arzneimittel angenommen werden. Einige Apotheken bieten auch einen Service zur Rücknahme an. Derzeit werden auch Boxen in einigen Apotheken zur Sammlung von alten Medikamente getestet. Wer keine dieser Möglichkeiten zu Verfügung hat, kann die Medikamente - bis auf Krebsmedikamente (Zytostatika) sowie bestimmte Hormonpräparate und Virustatika (virushemmende Medikamente) - im Hausmüll entsorgen.

 

Die Seite: www.arzneimittelentsorgung.de informiert, welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen. 

Naturheilmittel als Alternative

 

Bei den meisten Krankheiten und Wehwehchen stellen heimische Kräuter und Heilmittel aus der Natur oft eine gute und wirkungsvolle Alternative zu dem Chemie-Hammer aus der Apotheke dar oder können unterstützend zu den verschriebenen Medikamenten eingenommen werden (hier eventuelle Wechselwirkungen mit dem Arzt besprechen!). Das unterstützt die Rekonvaleszenz und verringert häufig auch die Zeit der Medikamenteneinnahme. Fragen Sie doch bei Ihrem nächsten Termin einmal Ihren Arzt, mit welchen naturheilkundlichen Mitteln Sie Ihre Genesung unterstützen können.

 


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