Zigarettenkippen – eine Gefahr für die Umwelt  

Überall liegen sie herum – doch es ist nicht nur ein optisches Problem, sondern sie stellen auch eine erhebliche Gefahr für unsere Umwelt dar - Zigarettenkippen.

Laut einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden bis zu zwei Drittel der gerauchten Zigaretten auf den Boden geworfen. Pro Jahr verschmutzen somit zwischen 340 und 680 Millionen Kilogramm weggeworfene Zigarettenstummel unsere Erde.

Die Zigarettenfilter bestehen aus dem Kunststoff Celluloseacetat und es kann je nach äußeren Bedingungen bis zu 15 Jahre dauern, bis sie sich zersetzen. Im Salzwasser wird der Zersetzungsprozess jedoch verlangsamt und kann bis zu mehreren hundert Jahren dauern. Sogar im arktischen Eis sind Bestandteile der Kippen mittlerweile entdeckt worden. Pro Liter Meereis fanden Forscher des Alfred-Wegener-Instituts (das ist in der Helmholtz-Gemeinschaft das Zentrum für Polar- und Meeresforschung) mehr als 12.000 Mikroplastik-Teilchen, darunter auch Celluloseacetat-Partikel.

Die runter gebrannten Glimmstängel stecken zudem voller Giftstoffe und können so als Sondermüll betrachtet werden. Es sammeln sich jede Menge giftige Substanzen wie beispielsweise Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd, Benzol und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Und nicht zu vergessen: Nikotin. Es ist laut Gefahrenstoffrecht mit langfristiger Wirkung auch giftig für Wasserorganismen.

 

Nach und nach werden alle diese giftigen Stoffe in die Umwelt abgegeben. Liegen weg geworfene Kippen auf dem Boden, werden sie durch den Regen ausgespült und landen in Böden und Grundwasser. Eine Studie der TU Berlin zeigt, dass 50 Prozent des in Zigarettenfiltern enthaltenen Nikotins bereits in weniger als 30 Minuten herausgelöst werden

kann. Gelangt es in Böden und Gewässer ist es eine Gefahr für Fische und andere Organismen. Studien zeigen Effekte auf Seeringelwürmer, Schnecken und Fische. Die Auswirkungen reichen von Genveränderungen, Verhaltensänderungen bis hin zum Tod.

Den Tod können Kippen aber auch auf andere Weise für Meereslebewesen bringen:

Sie verwechseln häufig kleine im Wasser befindliche Partikel jeder Art mit Nahrung, was zur Verstopfung im Verdauungsapparat mit möglicher Todesfolge oder zum Verhungern mit gefülltem Magen führen kann. Es ist wahrscheinlich, dass diese Stoffe auch in unserer Nahrungskette landen. Auswirkungen auf das Trinkwasser sind bislang nicht bekannt.

 

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Zigarettenstummel gehören in den Restmüll 

Dort können sie in Müllverbrennungsanlagen energetisch verwertet werden. Laut Auskunft der Bundesregierung entstünden daraus keine weiteren negativen Umweltfolgen.

Die Probleme entstehen also erst, wenn die Zigarettenkippen in die Landschaft geworfen  werden. Dies wird als Ordnungswidrigkeit gesehen und ist mit einem Bußgeld belegt. Bisher  kann dies jedoch nicht verhindern, dass massenweise Stummel auf dem Boden landen.

Die Bundesregierung fordert daher eine Verschärfung der Sanktionen bzw. „eine stringentere Durchsetzung der einschlägigen Verbote“. Gleichzeitig wird auch auf eine bessere Aufklärung der Menschen gesetzt. Jeder soll wissen, was er der Umwelt antut, wenn er seine Kippe einfach auf die Straße wirft.

Die EU hat auch die Hersteller im Visier. Sie sollen sich nicht nur an Säuberungen, sondern auch an den Kosten für Sensibilisierungsaktionen beteiligen.

Ostsee- Ascher

Küstenregionen sehen sich zunehmend mit dem Thema Müll im Meer konfrontiert, etwa durch angeschwemmten Plastikmüll oder liegengelassene Zigarettenkippen. Letztere stellen beispielsweise in Warnemünde die häufigste Müllform dar, wie Strandsammlungen ergeben haben.

 

Der „Ostsee-Ascher“, ist eine Kombination aus Abstimmungssystem und Aschenbecher. Ein Wahlsystem fördert die Nutzung des Aschenbechers, indem der Benutzer durch die Wahl einer von zwei Antwortmöglichkeiten seine Zigarettenkippe entsorgt. Jeder Behälter hat ein Fenster in dem die verwendeten Zigarettenkippen angezeigt werden, so dass eine Meinungsumfrage generiert wird. Damit sollen Raucher in einer humorvollen und nicht aufgedrängten Art und Weise aus ihrer gewohnten Routine gebracht werden und eine positivere Verhaltensweise übernehmen. Der aktuelle Abstimmungsstand ist immer sicht- und kommunizierbar.

 

Das Projekt wird durchgeführt durch EUCC – Die Küsten Union Deutschland e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung der Küsten und Meere in nationalen und internationalen Projekten unterstützt. Die Vereinsmitglieder sammeln regelmäßig den Müll, der sich im Spülsaum oder im Strandsand findet. Zigarettenreste seien dort nach wie vor das größte Problem. Mit gefördert wird das Projekt vom Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW).

 

NEGATIVE AUSWIRKUNGEN / FOLGEN RUND UM DEN TABAK

 

Anbau

 

Anbau in Niedrig-­ und Mitteleinkommens­ländern, verbreitet Kinderarbeit, Arbeiter sind oft schlecht vor Pestiziden geschützt, ebenso vor dem Nikotin, das bei Hautkontakt mit den Blättern in den Körper aufgenommen wird und die grüne Tabakkrankheit verursacht.

Für Anbau und Trocknung wird oft Urwald gerodet mit den Folgen Verlust an Biodiversität, neg. Auswirkungen auf das Klima, Bodenerosion.

Tabakpflanzen entziehen dem Boden viele Nährstoffe, der Anbau erfordert hohen Einsatz von Pestiziden und Dünger. Das führt zu Grundwasserverunreinigungen.

 

Produktion

 

 

Bei der Herstellung von Tabakprodukten entstehen weltweit jährlich mehr als 2 Millionen Tonnen fester Müll, 300.000 Tonnen nikotinhaltiger Abfall sowie 200.000 Tonnen Chemieabfall. Daneben fallen bei der Ziga­rettenherstellung als schädliche Nebenprodukte Ammonium, Salzsäure, Toluol und Methylethylketon an.

 

Konsum und Gesundheit

 

 

 

 

An den Folgen des Rauchens und Passivrauchens ster­ben jedes Jahr weltweit rund sechs Millionen Menschen. In Deutschland spricht man über jährlich rund 120.000 Tabak-Tote .

 

 

 

FAZIT

Rauchen zieht weltweit schwere gesundheitliche, gesell­schaftliche und ökologische Folgen nach sich.

All diese Schäden sind durch Nichtrauchen zu 100 Prozent vermeidbar

 

 


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