Umweltfreundliche Ernährung: Regional, saisonal und biologisch

 

Jedes Mal, wenn man im Supermarkt steht wird klar, dass wir in Deutschland in einer Überflussgesellschaft leben. Selbst, wenn es draußen wegen der Jahreszeit dunkel und kalt ist, finden sich Erdbeeren, Mangos, Tomaten und Reis in den Ladenregalen. Für Konsumenten ist das bequem und praktisch. Für die Umwelt ist das reichhaltige Angebot jedoch ein Desaster.

 

Tomaten aus Spanien, Kaffee aus Äthiopien, Reis aus Bangladesch. Viele Lebensmittel, die  bei uns absoluter Alltag sind, haben eine Reise um die halbe Welt gemacht, bevor sie auf unseren Tellern landen. Dementsprechend schlecht ist ihre Klimabilanz. Sind die Nahrungsmittel dann auch noch konventionell angebaut, tut man der Umwelt erst recht keinen Gefallen mehr. Pestizide und Nitrat im Grundwasser verschlechtern die Umweltbilanz der Produkte noch mehr.

Viele Menschen wollen nicht mehr unterstützen, dass die konventionelle Landwirtschaft durch übermäßige Düngung und den Einsatz von Pestiziden und Insektiziden der Umwelt derart schadet. Der Kauf von Lebensmitteln aus biologischen Anbau unterstützt die ökologisch wirtschaftenden Betriebe und hilft der Umwelt vor Ort. Deswegen legen viele Leute auf Regionalität und biologischen Anbau wert. Je mehr wir alle die Öko-Landwirtschaft vor Ort unterstützen, desto leichter wird es für uns in Zukunft werden, unseren Einkauf nachhaltig zu gestalten.

 

Für „Regional“ gibt es keine feste Definition. Es bedeutet aber in jedem Fall, dass die Lebensmittel keinen allzu weiten Weg hinter sich haben. Grenzen wie „Erzeugt in einem Umkreis von 150 bis 200km“ sind gängig.

Aber Achtung: Auch regionales Essen muss nicht immer besser sein. Regionale Erdbeeren im Dezember beispielsweise wurden unter künstlichen Bedingungen in Gewächshäusern angepflanzt. Auch das verursacht CO2 Emissionen. Deswegen sollte man neben Regionalität auch auf Saisonalität achten. Wenn das Essen dann auch noch biologisch erzeugt wurde, hat man das Minimum an CO2- und Pestizidemissionen erreicht.

 

 

Wie versorgt man sich regional und saisonal?

 

In unserer globalisierten Gesellschaft ist es leider oft nicht  besonders einfach, regionale und saisonale Bioprodukte einzukaufen. Trotzdem gibt es einige gute Möglichkeiten, sich auf diese Art zu verpflegen.

In Supermärkten ist bei frischen Lebensmitteln häufig erkennbar, woher sie stammen. Zusammen mit einem Saison-Kalender können Sie hier erste Schritte machen, um sich regional und saisonal zu versorgen.

 

Auf Wochenmärkten und in Hofläden ist die Nähe zum Erzeuger häufig automatisch gegeben. Im Zweifel können Sie dort aber auch fragen, woher ein Produkt stammt und was gerade Saison hat. Mittlerweile gibt es außerdem vielerorts sogenannte „Bio-Kisten“ [LINK]. Mit diesen werden Ihnen regelmäßig frische Bio-Lebensmittel nach Hause geliefert. Schlussendlich können Sie sich auch einer Solidarischen Landwirtschaft anschließen.

 

Neben den verschiedenen Möglichkeiten zum Kauf ist es natürlich auch eine Option, bestimmte Lebensmittel im Garten oder auf dem Balkon selber anzubauen. Noch regionaler ist kaum möglich! Außerdem kann man im eigenen Garten besonders auf ökologischen Anbau achten.

 

 

Regionalität lohnt sich!

 

Regionales und saisonales Essen lohnt sich nicht nur wegen der geringeren Belastung unserer Gewässer und den CO2-Emissionen. Durch den Kauf stärken Sie die Wirtschaft in der Region. Außerdem beschäftigen Sie sich mehr mit Ihren Lebensmitteln und erfahren etwas darüber, wo und wie sie hergestellt wurden. Dadurch wissenSie zum Beispiel, dass Ihre Ernährung zu weniger Pestiziden und weniger Dünger auf den Feldern geführt hat. Gleichzeitig unterstützen Sie nicht die Ausbeutung von Arbeitskräften auf Feldern, die leider in vielen Teilen der Welt Alltag ist.

Zudem lernt man durch ein neues Einkaufsverhalten häufig ganz neue Zutaten und Rezepte kennen. So kann es durchaus passieren, dass trotz der augenscheinlichen Einschränkung die Abwechslung auf dem Teller größer wird. Beispielsweise hat immer irgendein Salat Saison, dieser wechselt im Jahreslauf aber ständig. Überlegen Sie mal: Wie häufig greifen Sie zu unterschiedlichen Salatsorten?

 

Die Schwierigkeiten

 

Regional und saisonal einzukaufen kann also viele Vorteile haben. Allerdings gibt es auch immer noch viele Probleme, auf die man stößt, wenn man sich so ernähren möchte.

 

Fleisch ist häufig „indirekt“ alles andere als regional. Tiere in Massentierhaltungen haben einen derart hohen Futterbedarf, dass dieser mit Soja aus aller Welt gedeckt wird. Im schlimmsten Fall stammt es sogar aus Regenwaldgebieten. Um sicher zu gehen, dass die Tiere mit regionaler Kost gefüttert wurden, gibt es kaum Wege, außer den Erzeuger in einem Hofladen oder auf dem Wochenmarkt direkt zu fragen. Sollte Ihnen das nicht möglich sein, ist Bio eine gute Alternative. Tiere, die auf einem biologisch geführten Hof leben durften, haben in der Regel regionales Futter erhalten - daher ist Fleisch von Tieren aus zertifizierter Biohaltung zu bevorzugen.

 

Reis stammt meist aus Asien und hat dementsprechend ebenfalls eine weite Anreise bis nach Deutschland gehabt. Allerdings gibt es einheimische Lebensmittel, die als „Reisersatz“ dienen können: Gerste, Dinkelreis, Grünkern, Hirse und Buchweizen. Probieren Sie doch eines davon aus, wenn Sie das nächste Mal etwas mit Reis zubereiten wollen!

Ein großes Problem für viele Deutsche sind außerdem Kaffee und Schokolade. Regional kann man diese Produkte nicht einkaufen. Ferner ist die Auswahl an saisonalen und regionalen Lebensmitteln besonders im Winter stark beschränkt.

 

 

Steter Tropfen höhlt den Stein

 

Wichtig ist, dass man grundsätzlich darauf achtet, die Transportwege und Lagerzeit der eigenen Lebensmittel klein zu halten. Einige „Grundsätze“ sollten Sie deswegen beim Einkauf unbedingt beachten.

 

Wenn es Lebensmittel aus zwei unterschiedlichen Regionen gibt, wählen Sie diejenigen, die näher an Ihrem Wohnort und am besten biologisch angebaut wurden. Lebensmittel, die gerade Saison in Deutschland haben, sollten grundsätzlich regional gekauft werden.

 

Wann immer möglich, verzichten Sie auf leicht verderbliche Produkte aus Übersee. Diese wurden höchstwahrscheinlich per Flugzeug eingeflogen und haben damit die schlechteste CO2 Bilanz überhaupt. Falls sich es aber doch mal nicht vermeiden lässt, achten Sie auf ein Bio- und Fairtradesiegel.

 

Und auch, wenn ein vollständig regionaler Speiseplan kaum möglich ist: Fordern Sie sich doch selber einmal heraus!

7 oder 30 Tage ausschließlich von dem Leben, was aus der Region stammt, ist je nach Jahreszeit definitiv machbar. Einen „regionalen Tag“ pro Woche einlegen ist auch eine Möglichkeit. Werden Sie kreativ!

 


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