Biologischer Pflanzenschutz und Gärtnern ohne Chemie

Biologischer Pflanzenschutz und Gärtnern ohne Chemie liegen im Trend. Hierbei soll sich der Garten z. B. durch Nützlinge, Fruchtfolge, Mischkulturen und Gartenpflege im Gleichgewicht halten. Die Widerstandskraft der Pflanzen wird gestärkt und diese vor Schädlingen und Krankheiten geschützt. Hier einige Tipps, wie das ökologische Gärtnern gelingt...

Wichtig: der richtige Standort für die Pflanzen

Für ein optimales Wachstum und eine gute Gesundheit der Pflanzen ist auch maßgeblich entscheidend, welcher Standort ausgesucht wird. Vorher gut planen, wohin welche Pflanze gesetzt wird. Einige benötigen viel Sonne wie z.B. die Rose. Die unterschiedlichen Pflanzen haben sich in ihrer Entwicklung an die verschiedenen Klima-, Licht- und Bodenverhältnisse angepasst. Damit sie sich wohl fühlen und gut gedeihen, sollte ein guter Platz entsprechend der Pflanzenbedürfnisse ausgewählt werden.

Biologisches Saatgut und heimische Pflanzen

Bei der Auswahl der Pflanzen sind gentechnisch veränderte Pflanzen zu meiden. Im besten Fall verwendet man Pflanzen aus kontrolliert biologischem Anbau. Bereits bei der Anzucht wird auf eine natürliche Stärke und Widerstandskraft der Pflanzen geachtet. Heimische Pflanzensorten haben außerdem den Vorteil, dass sie sich bereits sehr gut an die jeweiligen Klima- und Bodenverhältnisse angepasst haben.

 

Auch beim Saatgut sollte man auf hochwertige, biologische Ware achten. Sie sind in der Regel samenfest und haben eine sehr gute Keimfähigkeit. Samenfest bedeutet, dass man auch selbst aus der eigenen Pflanze Saatgut für das Folgejahr gewinnen kann und sich das Nachkaufen teurer Saat sparen kann.

 

Bei diesen optimalen Startbedingungen sind Pflanzen gut gerüstet gegeben Krankheiten und Schädlingen.

 

Wann ist der richtige Planztermin?

Immer wieder wird empfohlen, den Termin für das Setzen der Pflanzen oder die Aussaat vorzuziehen und sich nicht an die Vorgaben der Samenpackungen zu halten. Bei einigen Sorten ist das sicher gut - Saubohnen- oder Möhrensaat kann in der Regel frühzeitig in die Erde. Dann sind die Pflanzen oftmals schon gut und stark gewachsen, wenn die ersten Schädlinge auftreten.

 

Andererseits sollte man auf jeden Fall bedenken, dass auch kaltes Wetter den Pflanzen gefährlich werden kann. In Regionen, in denen noch Nachtfröste drohen, sollte man also gut überlegen, ob die Aussaat oder das Pflanzen der zarten Setzlinge schon erfolgen kann. Eine Alternative ist dann das Ausbringen der Saat in ein Frühbeet oder das Vorziehen der Pflänzchen im Glashaus.

 

Windschutz für die Beete

Befindet sich das Pflanzbeet in einer ungeschützten offenen Lage, sollte das Beet mittels Hecken oder Windschutzpflanzen umpflanzt werden. Der Wind wird abgebremst und so die Temperatur der Umgebung und die Wasserverdunstung aus dem Boden reduziert. Sonne und Luft beugen Pilzkrankheiten vor. Für die Pflanzen entsteht hinter dem Windschutz ein günstiges Mikroklima.  Sonnenblumen und Stangenbohnen eignen sich z. B. prima als Windschutzpflanzen.

Gesunder Boden - gesunde Pflanzen

Grundvoraussetzung für optimales Wachstum von gesunden Pflanzen ist der gute Boden. Ein Umgraben des Bodens sollte vermieden werden - das Lockern und Belüften erfolgt durch die mechanische Bearbeitung z. B. mit einem sogenannten Sauzahn. Das Bodengefüge bleibt so erhalten.

Der Gartenboden sollte stets mit einer Schutzschicht aus organischem Material bedeckt sein (Mulchdecke). Mulchen verbessert die Bodenqualität und aktiviert das Bodenleben. Eine Austrockung wird verhindert und so ein optimales Bodenklima gefördert.

Durch Kompost, Gründügung und Pflanzenjauche werden Nährstoffe in die Erde abgegeben und auch Kleinstlebewesen wie Regenwürmer und Mikroorganismen freuen sich darüber. Kompost ist ein natürlicher Dünger und gleichzeitig eine qualitativ hochwertige Erde. Als Gründung eignen sich z. B. Zwischensaaten aus Ringelblumen oder Lupinen. Die Pflanzenjauche düngt sanft und effektiv, sie ist zugleich Dünger und Pflanzenstärkung. Durch sie werden die Pflanzen mit Stickstoff, Magnesium, Eisen, Kieselsäure und weitere sekundäre Pflanzenstoffe versorgt.

Die gute Nachbarschaft in der Mischkultur

Die Technik der Mischkultur gibt es bereits seit Jahrtausenden. Sie beugt der Bodenermüdung vor. Die Mischkultur ist die zeitgleiche Aufzucht mehrere Nutzpflanzen auf einer Fläche. Die Pflanzen haben unterschiedliche Eigenschaften und Bedürfnisse und begünstigen sich so gegenseitig. Jede Pflanze braucht eine unterschiedliche Nährstoffkombination und beschafft sich diese jeweils auch aus verschiedenen Bodenschichten. Daher wird der vorhandene Nährstoff im Boden optimal genutzt.

 

Allerdings gibt es auch Pflanzen, die sich nicht mögen. Daher sollte man sich  vor der Pflanzung informieren welche Pflanzennachbarschaften sinnvoll sind. Hier gibt es im Internet zahlreiche Tabellen, die eine gute Übersicht darstellen. Tomaten und Gurken vertragen sich z. B. nicht so gut - Tomate und Basilikum begünstigen sich im Wachstum. Auch Möhren und Zwiebeln mögen sich - ebenfalls Erdbeeren und Knoblauch. Teilweise geben die Pflanzen Duftstoffe ab, die wiederum Schädlinge und Fressfeinde der Nachbarn fernhalten. Eine gute Nachbarschaft ist also nicht nur bei uns Menschen wünschenswert...

 

Die Fruchtfolge

Fruchtfolge bedeutet der aufeinander folgende Anbau von Stark-, Mittel- und Schwachzehrern über mehrere Jahre.  Bodenmüdigkeit und Folgekrankheiten werden so verhindert. Ein Plan über vier Jahre erleichtert den Anbau und verspricht eine gute Ernte. Empfehlungen für mögliche Fruchtfolge im Garten sind ebenfalls sehr zahlreich im Internet zu finden. Im ersten Jahr Starkzehrer wie die Kartoffel, im zweiten Jahr Mittelzehrer wie Möhre oder Mangold und im folgenden Jahr Schwachzehrer wie beispielsweise Bohnen. So wird einer Erschöpfung der Nährstoffe im Boden vorgebeugt.

 

Hygiene beim Gehölzschnitt

Das Entfernen und Vernichten von befallenen Pflanzenteilen an Gehölzen ist zum Erhalt der Pflanze wichtig.
Beim Gehölzschnitt ist sauberes Arbeiten maßgeblich. Mit einem scharfen Messer sind größere Wundränder zu glätten und anschließend kann ein biologisches Wundbehandlungsmittel aufgebracht werden.

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