Das Problem mit den Callunen

Callunen erfreuen Garten- und Balkonbesitzer besonders im Herbst mit ihren bunten Farben. Gartenbaubetriebe bieten sie in Massen und billig an und jedes Jahr werden sie gerne gekauft. Doch viele der Käufer ahnen nicht oder ignorieren die Tatsache, dass bei deren ineffizienten Bewässerung in den Gartenbaubetrieben viele Schadstoffe in den Boden und somit ins Grundwasser ausgewaschen werden. Durch eine Aufbesserung der Gießanlagen und ein Umdenken in der Verbraucherkultur kann man dem entgegenwirken und unsere Gewässer schonen.

Gartenbaubetriebe & Nitratbelastung

 

Am Niederrhein sieht man oft große Flächen mit abertausenden Callunen-Töpfen. Diese werden meistens großflächig gewässert und gedüngt. Nur wenige Gartenbaubetriebe haben effiziente Bewässerungsanlagen, die punktgenau die Töpfe bewässern oder das Gießwasser auffangen. So geht viel Gießwasser zwischen den Töpfen im Boden verloren. Dabei reichern sich Schadstoffe, wie Nitrat und Pflanzenschutzmittel an, die anschließend ins Grundwasser gelangen. Außerdem wird so unnötig viel Wasser verschwendet.

Die konventionell gezüchteten Callunen haben noch weitere, schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt: In den Gartenbaubetrieben wir oft Torf in die Töpfe von Zierpflanzen getan. Durch Torfabbau werden Moore zerstört und große Mengen an CO2 freigesetzt! Auch werden die Callunen manchmal mit Farbe großflächig besprüht, damit sie den aktuellen „Trendfarben“ entsprechen und kräftiger leuchten. Das ist beim Kauf nicht immer sofort ersichtlich. Zudem werden viele Callunen so gezüchtet, dass sie ihre Blüten nicht öffnen, um schönere Farben zu behalten (da sie geöffnet austrocknen können). So verlieren Bienen und Schmetterlingsraupen eine wichtige Nahrungsquelle!

Der Konsument & die Wegwerfkultur

Der Verbraucher kann auch etwas dafür tun, dass das Grundwasser durch Callunen-Anbau weniger belastet wird. Zu erst sollte man sich bewusst machen, dass aktuell eine Wegwerfkultur bei den Verbrauchern vorwiegt: Da die Pflanzen in Massen gezüchtet werden und billig sind, werden jedes Jahr lieber neu gekauft und die alten weggeschmissen. Die Pflanzen werden im konventionellen Gartenbau  kurzlebig gezüchtet, so dass sie nicht viel länger als ein Jahr halten. Es macht also Sinn, das Heidekraut bei einem nachhaltigen Gartenbaubetrieb zu kaufen, dessen Callunen nicht so kurzlebig gezüchtet werden.

Callunen pflegen & vermehren

Wir haben ein paar Tipps zur Pflege der Callunen zusammen getragen, damit man sich noch lange an ihnen erfreuen kann: Damit Callunen im Garten oder auf dem Balkon die kalte Jahreszeit gut überstehen, sollten sie im Herbst noch gegossen werden und am Winteranfang kommt am besten eine Schicht Mulch auf die Wurzeln - so wird das Heidekraut vorm Austrocknen geschützt.

 

Auch das Vermehren der Pflanzen ist nicht schwer. Das geht z. B. mit Stecklingen. Dafür reißt man die Seitentriebe vorsichtig am Wurzelansatz aus und pflanzt sie in einen Topf oder Pflanzenschale mit einem licht- und luftdurchlässigen Deckel.

Callunen bevorzugen sauren Boden, den man auch mit Sand, Nadelerde, Mulch oder Eichenlaubkompost erzeugen kann. Mit etwas Glück entstehen sogar von alleine Absenker, also Triebe die nach unten hin wurzeln. Diese werden ab einer gewissen Größe einfach von der Mutterpflanze getrennt.

Die Callunen müssen nicht oft gedüngt werden. Es reicht normalerweise aus, wenn sie nur einmal im Frühling mit organischen oder mineralischen Dünger versorgt werden.

 

Mit solch einer guten Pflege kann man sich noch viele Jahre an den blühenden Pflanzen erfreuen anstatt sie achtlos wegzuwerfen. Außerdem wird so die Umwelt geschont und der Nitrateintrag in Grundwasser verringert.


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