Brunnenwasser hilft, beim Planschen zu sparen

Immer mehr Eltern und Großeltern stellen Pools in ihren Garten auf. Eine Folge der zum Teil extrem heißen Sommertage und der zu weit entfernten oder überfüllten Freibäder.

 

Bei der Befüllung des Planschbeckens wird viel Wasser benötigt - Brunnenwasser stellt hier eine gute Möglichkeit dar:

  • Sie sparen kostbares Leitungswasser
  • Grundwasservorräte, die zur Trinkwassergewinnung wichtig sind, werden sparsam genutzt.

Es ist keine Trinkwasserqualität nötig  - aber es müssen bestimmte Belastungen ausgeschlossen werden

  • Keime im Poolwasser können zu ernsten Gesundheitsgefahren werden. Besonders ein defektes Abwasserrohr im Untergrund sorgt für eine unsichtbare Gefahr. Deswegen ist eine Untersuchung auf Keime (besonders den Darmkeim e.Coli) unerlässlich.
  • Saures Grundwasser beinhaltet häufig gesundheitsschädliche Metalle. Außerdem sind die meisten Desinfektionsmittel auf einen bestimmten Säuregehalt ausgelegt.
  • Salziges Wasser sorgt dafür, dass Filteranlagen rosten und Materialien angegriffen werden.
  • Eisen, Mangan und Huminstoffe verfärben das Wasser braun.
  • Nitrat sorgt für Algenwachstum in dem Pool.
  • Falls bekannt ist, dass Ihr Grundwasser durch eine Altlast belastet ist, könnte das Wasser für den Pool ungeeignet sein.

 

Wir raten Ihnen, das Brunnenwasser untersuchen zu lassen.

Keime

Poolwasser sollte hygienisch sein. Besonders Kinder verschlucken das Wasser oft und  nehmen Krankheitserreger darüber auf. Selbst, wenn das Wasser gechlort oder anderweitig desinfiziert wird, ist eine Untersuchung notwendig. Die Desinfektionen sind für nachträgliche Belastungen gedacht. Ist das Wasser von Anfang an verkeimt, reichen Chlor & Co. nicht immer aus, um die Krankheitserreger zu beseitigen.
Grundwasser wird auf coliforme Keime und e.Coli untersucht. Coliforme Keime dürfen in geringen Mengen im Poolwasser enthalten sein. Diese Bakterien weisen darauf hin, dass Oberflächenwasser den Brunnen verunreinigt. Der Brunnen ist nicht dicht.
E.Coli sollten sich nicht im Poolwasser befinden. Diese Keime sind Darmbakterien. Im Brunnen weisen sie auf eine Fäkalbelastung hin, womit auch kritischere Krankheitserreger einher gehen können. Defekte Abwasserrohre, Klärgruben oder Teiche in der Nähe des Brunnens können für die Belastung verantwortlich sein.

Säure

In einigen Regionen Deutschlands, besonders in Niedersachsen, ist das Grundwasser sehr sauer. Saures Wasser kann Filteranlagen zum Rosten bringen. Außerdem löst es Metalle im Untergrund, so dass sich im Poolwasser giftige Schwermetalle oder Aluminium befinden können. Um dem sauren Wasser entgegen zu wirken, kann ein Aufbereiter gegenutzt werden. Die Säure wird neutralisiert und schädlich Metalle können sich nicht mehr im Wasser lösen. Die Metalle fallen aus und sind nicht mehr kritisch für die Gesundheit.

Außerdem sind viele Desinfektionsmittel auf einen bestimmten Säuregehalt (also einen bestimmten pH-Wert) abgestimmt. Wenn Aufbereiter für die Säure genutzt werden, wird gleichzeitig sichergestellt, dass die Desinfektionsmittel angewendet werden können.

Salz

Durch natürliche Begebenheiten oder Altlasten kann das eigene Grundwasser sehr salzig werden. Wird solches Wasser in den Brunnen geleitet, so kann es die Filteranlagen ebenfalls zum Rosten bringen. Im Zweifel können hohe finanzielle Schäden entstehen. Falls Sie salziges Brunnenwasser haben, sollten Sie bestimmte Materialien am Pool vermeiden. Fragen Sie einfach im Fachhandel nach, welche Filteranlagen bei welchen Salzgehalt geeignet sind.

Das Wasser kommt klar aus der Leitung und verfärbt sich später

Höchstwahrscheinlich handelt es es sich um eine Eisen. Bei höheren Eisenkonzentrationen besteht das Risiko, dass ungeeignete Filteranlagen oder der Durchfluss der Rohrleitungen durch den Eisengehalt eingeschränkt sind. Damit sich das Wasser im Planschbecken nicht verfärbt raten wir Ihnen eine Sandfilteranlage für Pools anzuschließen. Manchmal ist die Zugabe eines Flockungsmittels zur Eisenentfernung sinnvoll.

 

Gesundheitlich bedenklich ist das Eisen nicht. Planschbecken ohne Filter, die man alle paar Tage neu befüllt  kommt es zu keinem Problem. Allerdings bildet das Eisen sehr unschöne Beläge. Aufpassen, dass es nicht zur Rutschgefahr kommt. 

 

Manchmal ist auch noch eine höhere Mangankonzentration vorhanden. Aufgrund dieser kann es bei der Zugabe von Chlor zu einer sehr auffälligen Verfärbung kommen. Wenn Sie das vermeiden wollen raten wir Ihnen auf den den Einsatz von Chlor zu verzichten.

Chlor und Huminstoffe bilden zusammen giftige Verbindungen

Bei der Desinfektion von huminstoffhaltigen Wasser mit Chlor entstehen Desinfektionsnebenprodukte. Unter anderem bilden sich Trihalogenmethane, die auf Leber und Nieren toxisch und krebserregend wirken. Diese können nicht nur über den Mund, sondern auch über die Haut in den Körper gelangen. Wir raten dringend davon ab, huminstoffhaltiges Wasser mit Chlor zu behandeln.

 

Erkennen kann man Huminstoffe an der gelb-braunen Färbung des Wassers. Sie bilden jedoch, im Gegensatz zu Eisen, keinen Bodensatz. Deshalb empfehlen wir, einen Eimer mit Brunnenwasser zu füllen und stehen zu lassen. Wenn die hellgelbe bis gelb-braune Farbe des Wassers bleibt, liegt nahe, dass es sich um Huminstoffe handelt. Je intensiver die Farbe ist, desto mehr Huminstoffe können gelöst sein.

Wenn das Wasser klar aus dem Wasserhahn kommt und sich erst später verfärbt, handelt es sich nicht um Huminstoffe, sondern um Eisen.

 

Was können Sie tun, wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie huminstoffhaltiges Wasser haben? 

  • Eine Untersuchung auf Huminstoffe ist aufwendig und dementsprechend sehr teuer. Aber es bietet sich an, die halogenisierte Kohlenwasserstoffe untersuchen zu lassen. Diese weisen auf Huminstoffe hin.
  • Sie verwenden vorsorglich nur chlorfreie Produkte (z.B Aktivsauerstoff) zur Desinfektion.

Nitrat

Nitrat im Poolwasser ist gesundheitlich relativ unbedenklich. Bei über 100 mg/l Nitrat kann es jedoch zu starker Algenwucherung im Pool führen.

Ist das Wasser aus dem Planschbecken zum Gießen geeignet?

Bei kleinen Planschbecken bietet es sich an, keine Wasserpflegeprodukte zuzusetzen und das Wasser spätestens nach drei Tagen zu wechseln. Dann ist das Wasser zum Gießen geeignet. Wer es nicht mühselig mit der Gießkanne aus dem Planschbecken schöpfen will, kann sich hierfür auch eine einfache Schmutzwasserpumpe aus dem Baumarkt zulegen. Wenn der Garten nicht groß genug ist, um das Wasser auf einmal zum Bewässern zu verwenden, kann es in einer Regentonne zwischengelagert werden.

 

Falls Sie Biozide (z.B. Desinfektionsmittel, Mittel gegen Algenbekämpfung)  einsetzen, kann das Wasser nicht mehr zum Gießen genutzt werden. Es muss in die Kanalisation geleitet werden. Wenn dieses behandelte Wasser versickert, belastet es dort das Grundwasser.